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Rektor von Sankt Georgen soll Amt verlieren

Unverständnis in der katholischen Stadtkirche
Rektor von Sankt Georgen soll Amt verlieren
Rektor von Sankt Georgen soll Amt verlieren
© felixschmitt.com

Der Rektor der katholischen Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt-Oberrad, P. Prof. Ansgar Wucherpfennig SJ, soll wegen positiver Aussagen zur Homoseualität und der Rolle von Frauen in der katholischen Kirche, sein Amt verlieren. Die Bildungskongregation im Vatikan verweigere ihm trotz erfolgter Wiedereahl die Bestätigung als Rektor und verlange einen öffentlichen Widerruf seiner Positionen. Das berichten der "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Frankfurter Rundschau" übereinstimmend in ihren Montagsausgaben (8.Oktober).

Pater Wucherpfennig hatte 2016 die biblischen Verurteilungen der Homosexualität in einem Zeitungsinterview mit der Frankfurter Neuen Presse als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Der Jesuit, der in der katholischen Stadtkirche Frankfurt seit 2015 auch als Homosexuellen-Seelsorger tätig ist, hatte sich damals auch für eine stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden ausgesprochen.

Im Februar war Wucherpfennig für eine dritte Amtszeit an der Spitze der Theologisch-Philosophischen Hochschule wiedergewählt worden. Die zuständige Vatikan-Kongregation verweigert ihm laut der Presseberichte bisher jedoch die nötige Unbedenklichkeitserklärung (Nihil obstat) für seinen Verbleib im Amt.

Der für Sankt Georgen zuständige Bischof von Limburg, Georg Bätzing, stellte sich in den Zeitungsberichten vor Wucherpfennig. Er habe der Wiederwahl "uneingeschränkt" zugestimmt, sagte ein Bistumssprecher den Blättern. Bätzing habe auch in Rom deutlich gemacht, dass "Bistum und Jesuitenorden gut beraten sind, an der bewährten Hochschul-Leitung festzuhalten".

Der Frankfurter Stadtdekan, Johannes zu Eltz, reagierte mit Ärger und Unverständnis auf das Agieren Roms. Wucherpfennig sei ein "lauterer Priester und ein unbestechlicher Wissenschaftler", sagte zu Eltz den Zeitungen. "Die Infragestellung seiner Integrität und seine völlig ungerechtfertigte Bestrafung schmerzen mich." Er fügte hinzu: "Wie dumm geht es denn eigentlich noch?"

Der Frankfurter Stadtjugendpfarrer Werner Otto betonte, er erwarte, dass Pater Wucherpfennig sein Amt als gewählter Rektor "mit voller Rückendeckung des Bischofs" weiter ausüben kann. Die Entscheidung aus Rom müsse "schlicht und einfach ignoriert" werden.