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Auf dem Weg zum fünften Stern

Haus am Dom-Mitarbeiter texten und komponieren WM-Song
Auf dem Weg zum fünften Stern
Auf dem Weg zum fünften Stern
© Ein Fünfter Stern

„Elf Freunde, vier Sterne, ein Ziel“ – ein mitreißendes Youtube-Video stimmt die Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft derzeit auf ehrgeizige Pläne für die WM in Russland ein. In den sozialen Netzwerken mausert sich „Ein Fünfter Stern“ gerade zum Hit. Gesungen wird die Hymne von Tobi Vorwerk aus Darmstadt, der 2015 als Singer-Songwriter bei „The Voice of Germany“ auf sich aufmerksam machte. Geschrieben und komponiert haben das Lied zwei Mitarbeiter des Frankfurter Hauses am Dom, Robert Malorny und Johannes Lorenz.

Eigentlich hatte der 41-jährige Malorny, gelernter Bankkaufmann und in dem katholischen Bildungs- und Begegnungszentrum Haus am Dom für das Rechnungswesen zuständig, schon seit Jahren damit gehadert, dass es in Deutschland kaum gute Fanlieder für die Nationalmannschaft gab. Doch von der Idee, selbst einen Song zu texten, riet ihm ein Freund energisch ab: „ Du findest keinen Sänger, keinen Produzenten, und es ist enorm teuer, kurzum aussichtslos!“

"Schick mir den Text, ich schreibe die Musik!"

Doch dann kam der Fußballfan Malorny im vergangenen Sommer bei seinem Kollegen Johannes Lorenz auf seine Idee zu sprechen. Und der 31 Jahre alte Theologe, als Studienleiter in der Katholischen Akademie Rabanus Maurus für Weltanschauungsfragen und Lebenskunst zuständig, reagierte prompt: „Schick mir den Text, ich schreibe die Musik!“ Obwohl Lorenz ein Musikliebhaber ist und selbst mehrere Instrumente spielt, dazu mit Auftritten in einer noch aus Studienzeiten bestehenden Band und regelmäßigen Orchestereinsätzen am Schlagwerk sowie am Bass aufwarten kann, hatte er bisher allenfalls im heimischen Wohnzimmer Songs mit Gitarre und am Klavier komponiert. Ähnlich erging es Malorny, der zwar „nur für mich“ immer mal wieder Texte schreibt, aber noch nie eine Veröffentlichung im Sinn hatte. Doch jetzt hatte die beiden das Fieber gepackt.

Allerdings tauchten auch genau die Schwierigkeiten auf, die Malornys Freund schon prophezeit hatte: Der Weg zu einem vorzeigbaren Song erwies sich als steinig. So beschlossen die beiden Kollegen schweren Herzens Weihnachten 2017, das Projekt ad acta zu legen. Aber im Hinterkopf meldete sich immer wieder der Ehrgeiz, es doch noch einmal zu versuchen: „Wir haben unsere Taktik geändert, haben wie wild rumtelefoniert und Kontakte geknüpft, unsere Freizeit geopfert und die Ersparnisse zusammengeworfen.“ Und es tatsächlich geschafft: Die Tonstudios Klangkantine in Darmstadt, der Produzent Chris Kling mit seinem Team, der Sänger Tobi Vorwerk, der Regisseur Sebastian Spohr kamen an Bord. Und auf einmal lief das Ganze.

Rockige Fußballhymne für die Fanmeilen

Entstanden ist eine rockige Fußballhymne, die zum Feiern und Mitsingen einlädt. Das Lied ist reich an Bezügen zur deutschen Fußballgeschichte und den legendären vier WM-Siegen, denen sich 2018, wenn es nach den Fans geht, „ein fünfter Stern“ anschließen sollte. Zudem transportiert der Text eine starke Botschaft: „Wenn in unserem Land Schwarz und Weiß, Jung und Alt zusammenstehen, sind wir unschlagbar“, sagen Malorny und Lorenz.

Seit dem 2. Mai erklingt das Musikvideo „Ein Fünfter Stern“ auf Youtube, im Internet unter www.ein-fuenfter-stern.de, auf Facebook und Instagram findet man die beiden mit ihrem Werk ebenfalls. Und vielleicht wird sogar ihr größter Traum wahr: „Wenn unser Song bei den großen Public Viewings am Main oder gar auf der Fanmeile in Berlin gespielt wird, dann haben sich alle Mühen gelohnt“, lacht Robert Malorny.