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Evangelische und katholische Kirche starten gemeinsame Webseite

Evangelische und katholische Kirche starten gemeinsame Webseite
Evangelische und katholische Kirche starten gemeinsame Webseite
Der katholische Stadtdekan Johannes zu Eltz (links) und der evangelische Stadtdekan Achim Knecht treffen sich fürs Foto in der Fahrgasse, auf genau halber Strecke zwischen Dom und Dominikanerkloster. © Rolf Oeser

Wie gut die Ökumene in Frankfurt etabliert ist, hat sich in diesem schwierigen zweiten Corona-Jahr gezeigt. „Die Pandemie macht deutlich, wo Dinge gut funktionieren“ sagte der evangelische Stadtdekan Achim Knecht mit Blick auf die ökumenische Zusammenarbeit in der Stadt. Auch das prägende Großereignis, den Ökumenischen Kirchentag im Mai, habe „Corona nicht in die Knie zwingen können“, resümierte der katholische Stadtdekan in seinem Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr 2021.

Neben großen Zeichen der Verbundenheit wie dem Ökumenischen Kirchentag beweisen auch viele alltägliche und weniger sichtbare Situationen, wie katholische und evangelische Kirche in Frankfurt längst selbstverständlich aufeinander zählen können: Bei der ökumenisch geführten Bahnhofsmission beispielsweise, der Seelsorge in Gefängnissen und Altenheimen.

In den Krankenhäusern der Stadt leisten die ökumenisch besetzten Seelsorgeteams gerade jetzt ihr Äußerstes, um Kranken und Angehörigen beizustehen. Dort, wo keine Hilfe mehr möglich ist, trauern die Kirchen mit Gottesdiensten und Gedenken gemeinsam mit den Hinterbliebenen, um die Verstorbenen der Covid-Pandemie. Stadtdekan zu Eltz erwähnte das ökumenische Corona-Gedenken im April, an einem Tag im Dom, am darauffolgenden in der Diakonissenkirche. Auch die gemeinsame Danke-Aktion für medizinische und pflegende Angestellte auf Covid-Stationen auf dem Dach des Haus am Dom „ist richtig gut gegangen“, habe Wertschätzung vermittelt.

Inzwischen sehr vertraut

Zu sehen auf der neuen Website ist auch, dass das gemeinsame Halten von Gottesdiensten für die beiden Stadtdekane inzwischen sehr vertraut ist, etwa am Reformationstag oder an Buß- und Bettag in der evangelischen Sankt Katharinenkirche.  Besonders eindrückliche Gottesdienste im Jahr 2021 waren für Knecht und zu Eltz die Eucharistie- und Abendmahlsfeiern im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags. Wie Bettina Limperg, die Evangelische Präsidentin des ÖKT neben dem Limburger Bischof Georg Bätzing im Dom daran teilgenommen hat, war für sie ein Moment von nachhaltiger Wirkung. Er sei zutiefst überzeugt, „bei mir hat es was bewirkt“, sagte der katholische Stadtdekan gegenüber den Medienvertreterinnen und -vertretern.

"Das ganze globalisierte Christentum"

Dass christliche Ökumene sich nicht in evangelisch und katholisch erschöpft, betonten beide Stadtdekane. In Frankfurt gebe es „das ganze globalisierte Christentum“, so der evangelische Stadtdekan Achim Knecht. Die Webseite www.christliches-frankfurt.de löst das seit 1970 ökumenisch erscheinende Kirchliche Jahrbuch ab. Dort schon und nun auch im Internet wird mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) kooperiert. Sie taucht in einzelnen Chronikbeiträgen, aber auch im Adressverzeichnis auf – und zeigt damit auch, wie vielfältig christliches Leben in Frankfurt ist.

Aktuell gibt es die christlichen Kontaktdaten noch als PDF auf der neuen Internetseite, im kommenden Frühjahr dann in Form einer Datenbank, die in Arbeit ist. Präsentiert werden sollte am heutigen Dienstag ursprünglich auch eine Übersicht zu den Weihnachtsgottesdiensten. Auf Grund der aktuell erforderlichen Umplanungen – werden sie jetzt erst ab Mitte Dezember nach Stadtteilen sortiert auf www.christliches-frankfurt.de zu finden sein.

Mit der neuen Website www.christliches-frankfurt.de endet eine mehr als 130 Jahre währende Ära. Die Ursprünge des bisherigen kirchlichen Jahrbuchs liegen in dem seit 1888 erschienenen „Kirchenkalender für die evangelisch-lutherische Frankfurt am Main und die evangelisch-lutherischen Frankfurter Landgemeinden“, nach wechselnden Namen und Formen wurden daraus ab 1970  ökumenische Frankfurter Jahresbände. Kostengründe hätten hereingespielt, bei der Entscheidung, von Papier zu Bildschirm zu wechseln, räumte der evangelische Stadtdekan Knecht ein. Aber das sei wirklich nur ein Aspekt. „Auf die Menschen zugehen“, „barrierefrei“ etwas über die Kirche und deren Kontaktadressen zu erfahren, seien zentrale Aspekte gewesen, die lange gehegte Absicht, ins Netz zu wechseln, in den vergangenen zwei Jahren konkret werden zu lassen, berichtete Achim Knecht.

Beide sind zuversichtlich, dass noch viele Themen www.christliches-frankfurt.de füllen werden. Ökumene „hat eine starke Basis“ in der Stadt, ist zu Eltz gewiss, in Frankfurt, „wo man Theologen-Gezänk nicht mag“, sondern auf Einheit setzt, durchaus auch mal in Verschiedenheit– und sich vertraut.

Text: Bettina Behler und Anne Zegelman

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