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Kreative Balkonkultur in Praunheim

Caritas-Quartiersmanagement nutzt neue Formate für mehr Nähe im Stadtteil
Kreative Balkonkultur in Praunheim
Kreative Balkonkultur in Praunheim
© Caritasverband Frankfurt e. V.

„Gleich zu Beginn der Corona bedingten Einschränkungen war uns wichtig bekannt zu machen, dass wir erreichbar sind und gemeinsam mit den Menschen Lösungen für mögliche Probleme entwickeln“, sagt Sandra Herbener, Caritas-Quartiersmanagerin im Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“. „Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht sicher waren, was auf uns zukommt“. Wichtig für eine gute Erreichbarkeit und schnelle Hilfestellungen im Stadtteil war die große Solidarität und enge Vernetzung der verschiedenen Organisationen in Praunheim. „Die Jugendhilfe und die Kirchengemeinden haben sofort zugesagt, die Besetzung unserer telefonischen Hilfehotline mit zu gewährleisten. Unseren mehrsprachigen Flyer haben wir an alle Haushalte verteilt. Und Angebote uns zu unterstützen kamen sehr schnell auch von Menschen, die wir noch nicht kannten, so dass die Verteilung der immerhin 6900 Flyer dann schon ehrenamtlich erfolgen konnte“, freut sich Malte Stieber, ebenfalls Quartiersmanager in Praunheim.

Insgesamt fallen die Anfragen nach Hilfeleistungen geringer aus, als zu Beginn der Einschränkungen von den Quartiersmanagerinnen erwartet. Viele Unterstützungsangebote kommen aus der direkten Nachbarschaft. Bei einigen Anrufen der Hilfehotline wollten sich die Menschen lediglich versichern, dass wirklich jemand erreichbar ist, wenn doch mal eine Notsituation auftritt. Für die beiden Ansprechpartnerinnen gilt es aktuell, Kontakte und Unterhaltung für die Menschen im Stadtteil so zu gestalten, dass sie möglichst einfach zugänglich und sicher für Risikogruppen nutzbar sind.

Praunheimer Balkonkultur

Nachbarn musizieren und Menschen können auf ihren Balkonen oder am Fenster zuhören. Das war nur eine von vielen Ideen und steckt hinter dem Slogan „Praunheimer Balkonkultur“. Insgesamt acht solcher Konzerte konnten bereits stattfinden. Das Liederspektrum reicht vom gesungenen Amazing Grace über Hayden bis zum Volkslied und der schottischen Nationalhymne. Und immer wieder war die Nachbarschaft für Überraschungen gut. Der Zuhörer, der im Anschluss den Musizierenden ein Ständchen auf seiner Mundharmonika bringt oder ein Saxophon, das vom Nachbargarten aus mitspielt. Nicht jeder Ton muss sitzen, Freude ist wichtiger als Perfektion. Wann und wo der nächste Auftritt stattfindet wird nicht verraten, damit nicht zu viele Menschen zusammenkommen. Wer eine Einladung im Briefkasten vorfindet, ist dabei. Auch kleine Stadtteilrallys werden veranstaltet. Eine Einladung zum Spaziergang an Orte im Stadtteil, die man vielleicht noch nicht kennt, verbunden mit kleinen Aufgaben und natürlich einer Belohnung zum Abschluss.

Talente gesucht

Wer ebenfalls über verborgene oder sichtbare Talente verfügt und Lust und Zeit hat, Menschen im Stadtteil zu unterhalten, die aufgrund der aktuellen Situation kaum Kontakte haben, kann sich an die Kolleginnen im Quartiersmanagement wenden. Sandra Herbener und Malte Stieber sind erreichbar unter qm-hls@bistumcaritas-frankfurtlimburg.de oder unter Tel. 069 2982-6277.

Quartiersmanagement an der Heinrich-Lübke-Siedlung

Der Caritasverband Frankfurt e. V. ist Träger des Quartiersmanagements an der Heinrich-Lübke-Siedlung im Frankfurter Programm „Aktive Nachbarschaft“. Das kommunale Programm betreut seit dem Jahr 2000, mittlerweile unter Regie des Dezernats Soziales, Senioren, Jugend und Recht, 15 Quartiere in Frankfurt. Ziel ist die Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation und die Stärkung des sozialen Zusammenhalts in den ausgewählten Gebieten. Die Quartiere werden durch das Stadtparlament festgelegt und zur Weiterentwicklung des Programms stetig ergänzt.