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Orkan: Kranausleger stürzt auf´s Domdach

Orkan: Kranausleger stürzt auf´s Domdach
Orkan: Kranausleger stürzt auf´s Domdach
© Bistum Limburg/ Anna Parschan

Durch das Sturmtief „Sabine“ stürzte in der Nacht zu Montag, 10. Februar, der Nadelausleger des Hochbaukrans am Dom auf das Dach das Südquerhauses. Das Dach des Seitenschiffes hat dadurch an der östlichen und westlichen Dachfläche erheblichen Schaden genommen. Auch die Firstkonstruktion ist betroffen.

„Natürlich erschreckt einen dieser Anblick. Nur gut, dass kein Mensch verletzt wurde. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass das so massiv ist“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann. Der Dom habe eine immense Bedeutung, nicht nur für die Menschen, die religiös sind, sondern für alle Frankfurterinnen und Frankfurter, sagte das Stadtoberhaupt. Er ist eines der drei wichtigsten Gebäude neben dem Römer und der Paulskirche. Hier haben die Kaiserkrönungen stattgefunden. „Natürlich wünschen wir uns jetzt alle, dass die Schäden so schnell es geht repariert werden. An Geld dafür sollte es nicht fehlen“, sagte Feldmann.

Bestürzt zeigte sich auch Stadtdekan Johannes zu Eltz, der noch in der Nacht geweckt worden war, als die Alarmanlage den Küster über den Schaden informierte: "In der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 1 Uhr müssen sich die Böen des Orkans so verwirbelt haben, dass der Ausleger eines Krans, der für den Abschluss von Dachdeckerarbeiten an der Südseite des Turms aufgebaut war, sich gelöst hat und mit Wucht auf den First des südlichen Querhauses gekracht ist." Das große Interesse der Öffentlichkeit zeige auch die hohe Identifikation der Frankfurter Bürger mit "ihrem" Kaiserdom. Besonders unglücklich sei, dass der Kran eigentlich am Donnerstag, 13. Februar, zum Ende der Bauarbeiten am Dach hatte abmontiert werden sollen. Trotzdem sei er froh, dass der Schaden nicht noch größer sei: "Es ist ein Schaden, der einem wirklich die Tränen in die Augen treibt. Aber wenn man drauf schaut, was der Ausleger alles hätte erreichen können, dann haben wir vielleicht auch noch Glück im Unglück gehabt."

„Der Dom ist ein wichtiges Baudenkmal unserer europäischen Kulturgeschichte und das Frankfurter Wahrzeichen“, sagte Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „Parallel zu den Ermittlungen, wie es zum Einsturz des Hochbaukrans kommen konnte, werden wir den Schaden schnellstmöglich begutachten. Das wird erst möglich sein, wenn der Sturm nachlässt. Für uns hat es Priorität, dass der entstandene Schaden zeitnah behoben wird und unser Kaiserdom bald wieder in vollem Glanz erstrahlt.“

Zum Umfang des Schadens kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden. Im Laufe des Montags wurde der Kran mit Hilfe von zwei Autokränen gesichert. Außerdem versucht eine Dachdeckerfirma, das beschädigte Dach abzudichten, um Folgeschäden durch eindringendes Wasser zu vermeiden. Wie schnell diese Arbeiten ausgeführt werden können, hängt von der Witterung der nächsten Tage ab. Der beschädigte Kran kann aus Sicherheitsgründen erst dann geborgen werden, wenn keine Sturmgefahr mehr besteht. Laut aktuellen Wetterprognosen wird das frühestens am Mittwoch, 12. Februar, der Fall sein.

„Ich bin sehr erleichtert, dass bei dem Unglück niemand verletzt wurde und auch die umliegenden Wohnhäuser nicht betroffen sind“, sagte Jan Schneider, Dezernent für Bau und Immobilien. „Für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Amt für Bau und Immobilien ist es aber tragisch, dass sie nach vielen Jahren mit guten Fortschritten bei der Domsanierung einen solchen Rückschlag hinnehmen mussten. Das Dach, das jetzt so stark beschädigt wurde, ist gerade erst neu gedeckt worden. In den vergangenen Jahren haben wir unter Beweis gestellt, dass wir das Baudenkmal in einen guten Zustand versetzen können. Wir werden diese Aufgabe erneut engagiert anpacken.“

Der Abbau des Krans war für Donnerstag,13. Februar, geplant, da die Dach- und Fassadensanierung von Lang- und Querhaus des Doms weitgehend abgeschlossen ist. Der Dom bleibt bis auf weiteres geschlossen. Wegen der Sicherungsarbeiten sind Straßen und Gehwege im Bereich Krautmarkt und Weckmarkt gesperrt.

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© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt
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