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Playlist für`s Händewaschen – Gebet am Fenster

Mit Phantasie und Organisationstalent trotzen Katholiken der Krise
Playlist für`s Händewaschen – Gebet am Fenster
Playlist für`s Händewaschen – Gebet am Fenster
Kerze der Solidarität und des Gebets © D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt

Zweimal Happy Birthday oder ein Vaterunser gesungen? Da gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, das zur Zeit besonders häufig geforderte ausgiebige Händewaschen musikalisch zu begleiten. Die katholische Gemeindereferentin Verena Nitzling aus Nied jedenfalls hat die Kinder in ihrer Gemeinde aufgefordert, ihr ihre Favoriten zu senden. Sie erstellt dann daraus eine Corona-Händewasch-Playlist, die wiederum mit allen Kindern geteilt wird. Nur ein kleiner, aber wirkungsvoller Versuch, der Langeweile ohne schulalltag auf fröhliche Art zu entkommen.

Ähnliche Ideen sprudeln gerade in der katholischenStadtkirche und werden regelmäßig per Newsletter verbreitet, als Anregung für die vielen Menschen im Home-Office, in selbst auferlegter Quarantäne oder für die vielen Stunden ohne Beschäftigung. „Damit möchten wir Ideen und Anregungen aus Gemeinden und anderen Einrichtungen der Stadtkirche teilen und zum Umsetzen anregen. Außerdem geben wir Informationen weiter, die für alle hilfreich und nützlich sein können,“ sagt Pia Arnold-Rammé, in der Stadtkirche zuständig für Sozialpastoral. Das alles solle ein Beitrag sein, die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gut und solidarisch zu bestehen. 

Solidarität und Zuspruch funktionieren auch auf Distanz

„Wir sollten uns jetzt in Solidarität üben und vor allem alte und kranke Menschen und Familien mit Kindern im Blick behalten,“ unterstreicht die neue Vorsitzende der Stadtversammlung Frankfurter Katholiken, Marianne Brandt. Auch telefonischer Zuspruch sei in der Einsamkeit oder Überforderung nicht zu unterschätzen: "Seelsorgekräfte und Ehrenamtliche sind in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise für alle Menschen da. Solidarität und Zuspruch funktionieren für eine Weile auch mit körperlicher Distanz."

Für den seelischen Zuspruch sorgt etwa eine Aktion der Dompfarrei St. Bartholomäus. Hier und auch in anderen Pfarreien erklingen jeden Abend um 19.30 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken. Wer mag, kann dann eine Kerze ins Fenster stellen und ein Gebet sprechen als Zeichen der Solidarität mit allen, die zuhause bleiben müssen. „Das ist eine Art Flashmob als Zeichen für jeden von uns, dass uns ein Licht aufgeht“, sagt Stadtdekan Johannes zu Eltz, der diese Aktion ebenfalls mitmacht. „Wir können diese Auszeit nutzen, um wahrzunehmen, was jetzt Not tut und wer und was wichtig ist in meinem Leben. Und als Zeichen, dass Gott da ist und wir ihm vertrauen dürfen."

Seelsorgliche Gespräche gesichert

Das Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität in Heilig Kreuz (Ketteler Allee, Frankfurt-Bornheim) hält jeden Tag von 17 bis 19 Uhr die Kirche offen. Immer ist dabei jemand anwesend um bei Bedarf für seelsorgliche Gespräche zur Verfügung zu stehen. Maximal zehn Personen gleichzeitig dürfen die Kirche betreten. Auch andere katholische Kirchen halten die Türen offen, damit Menschen ein Gebet sprechen, eine Kerze anzünden, Stille suchen können. Wer diese Wochen nutzen möchte, das Kontemplative Beten einzuüben oder die eigenen Praxis zu vertiefen, kann ebenfalls beim Meditationszentrum unter www.kontemplation-in-aktion.de/onlinekurs.html an einem Online-Kurs teilnehmen und sich begleiten lassen.

Wer sich isoliert fühlt und aufgrund mangelnder Kontakte, Sorgen und Nöte das Gespräch sucht, kann  in den Pfarrbüros anrufen und erhält dort Rat und Hilfe. Auch wer konkrete Hilfe benötigt, etwa beim Einkaufen, kann sich - bitte zunächst telefonisch oder per Mail - an die Pfarreien wenden. Die Adressen finden sich in dem PDF.

Anregungen und Anmeldungen für den Newsletter bitte an: sozialpastoral@bistumstadtkirche-ffmlimburg.de

Corona - Newsletter Nr. 1/Katholische Stadtkirche