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St. Josef lässt Dach deinstallieren

St. Josef lässt Dach deinstallieren
St. Josef lässt Dach deinstallieren
Das Dach der Josefskirche darf bleiben – doch wer weiß, was die Pandemie noch bringt. © Benjamin Holler

"Angesichts steigender Inzidenz-Werte hat die katholische Pfarrei St. Josef in Frankfurt-Bornheim ihr Hygienekonzept überarbeitet. Dank Zustimmung des Denkmalamtes konnte bereits am Morgen mit der Dekonstruktion des Dachstuhls für eine bessere Frischluftzufuhr begonnen werden."

So beginnt eine Mail, die am heutigen Gründonnerstag mit dem Absender "Katholisches Pfarramt St. Josef Frankfurt" verschickt wurde. Im dazugehörigen Artikel auf der Pfarrei-Webseite erklärt ein Experte, warum die drastische Maßnahme in der Pandemie sinnvoll ist: "Wenn die Decke nicht mehr da ist, kann sich die gesamte Luft innerhalb weniger Sekunden austauschen."

Eine Knaller-Nachricht, die in der Pressestelle des Bistums sofort auf Interesse stieß und entsprechend schnell den Weg nach Frankfurt fand. Die Redakteurin der Stadtkirche war schon fast aus der Tür und auf dem Weg nach Bornheim, als sie doch stutzig wurde. Moment mal, das Kirchdach wird abgenommen? Und dann auch noch so kurzfristig? Da stimmt doch was nicht! Ein Blick auf den Kalender bestätigt das mulmige Gefühl: Da hat jemand die Stadtkirche ganz gewaltig in den April geschickt.

Derjenige ist Benjamin Holler, Journalist und ehrenamtlich für die Pressearbeit von St. Josef zuständig. Ein kurzer Griff zum Telefon - und der April-Scherz ist bestätigt. "Es war in Zeiten von Corona gar nicht so einfach, etwas zu finden, das so skurril ist, dass man es als Scherz erkennt", erzählt er schmunzelnd. "Denn es gab seit Ausbruch der Pandemie so viele Dinge, bei denen man sich am liebsten an den Kopf gegriffen hätte. Doch mittlerweile sind wir etwas abgestumpft - vieles, das am Anfang noch eine große Nachricht gewesen wäre, ist mittlerweile nur noch eine kleine Meldung." Auf diese Abstumpfung wollte Holler augenzwinkernd hinweisen - und hofft, dass seine Story nun wirklich verrückt genug geraten ist, um misstrauisch zu machen.

Benjamin Holler verschickt seit zehn Jahren April-Scherze im Namen der Pfarrei St. Josef, und zwar auf eigene Faust: "Rücksprache halte ich vorher nicht." Darunter waren einige Themen, die bei den Journalisten in Frankfurt für sofortiges Herzrasen sorgten. So vermeldete die Webseite der Pfarrei 2014, der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst werde Pfarrvikar in St. Josef. Ein Höhepunkt waren 2011 die Pläne von Papst Benedikt XVI., bei seinem Deutschlandbesuch einen Zwischenstop in Frankfurt für eine Messe in der Josefskirche zu nutzen. Schön wär's gewesen! Einen Blick ins Scherz-Archiv können Interessierte hier werfen.

Holler, dessen manchmal derben Scherze durchaus auch mal den Finger in die Wunde legen und der damit stets für Lacher auch über die Pfarrei hinaus sorgt, hat noch einen Tipp für alle, die sich heute spontan ebenfalls am Schreiben von Aprilscherzen versuchen wollen: "Einfach - aus dem Zusammenhang gerissen - Fachbegriffe in den Text einwerfen", so sein Rat. Im katholischen Fall: "Stadtsynodalrat, Pfarrvikar, Präfekt ... Zack: Glaubwürdig!"

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