Katholische Erwachsenenbildung
Bistum Limburg
Der Frankfurter Auschwitzprozess gilt als eines der bedeutendsten Strafverfahren der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen 1963 und 1965 standen erstmals in großem Umfang ehemalige Angehörige des nationalsozialistischen Vernichtungsapparates vor einem deutschen Gericht. Es wurden mehr als 300 Zeugen befragt. Der Prozess machte die systematischen Verbrechen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz einer breiten Öffentlichkeit bewusst und stellte die bundesdeutsche Gesellschaft vor die Frage nach Schuld, Verantwortung und Erinnerung.
Der Abend wird gestaltet von Peter Kalb, der während des Prozesses als junger Student als Zeugenbetreuer tätig war. Die Begegnungen mit Überlebenden und die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn nachhaltig. Gemeinsam mit Dieter Wesp vom Förderverein des Fritz Bauer Instituts wird die Geschichte des Auschwitzprozesses in Bild und Ton dargestellt. Ergänzt wird die historische Darstellung durch persönliche Erinnerungen von Peter Kalb, der aus eigener Anschauung von seiner Arbeit und den Eindrücken dieser außergewöhnlichen Gerichtsverhandlung berichtet.
Im Anschluss an die Darstellung besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit Peter Kalb ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.