Frankfurt, 13.04.2026
Zum Glück! Der SCIVIAS Literaturpreis
Die Katholische Akademie Rabanus Maurus und die Katholische Erwachsenenbildung des Bistums Limburg loben im zweijährigen Turnus einen Preis für Literatur in Höhe von 3.000 Euro sowie einen Förderpreis (für junge Autor:innen bis 25 Jahre) mit einer Dotierung von 1.000 Euro aus.
Das Thema lautet diesmal:
ZUM GLÜCK
Zum Glück ist nichts passiert. Zum Glück habe ich dich getroffen. Zum Glück weiß niemand, wo ich bin.
Es steckt ein Aufatmen in diesen Satzanfängen, die zu ganz unterschiedlichen Geschichten führen können. „Zum Glück“ verweist auf etwas Unverfügbares. Es hätte auch anders kommen können. Ein bestimmter Umstand lag nicht in der Hand der Handelnden. Etwas Unerwartetes kam dazu, war es Fügung, war es Zufall? Oder Leichtsinn, der die Personen der Geschichte etwas Wesentliches hat übersehen lassen? Erstaunlicherweise widersetzt sich die Wendung „zum Glück“ der Vorstellung, man könne seines Glückes Schmied sein. Beinahe floskelhaft erinnert sie daran, dass Glück (auch) eine Gabe ist, ein Geschenk. Es zeigt sich nicht selten im Rückblick. Im Nachdenken und im Erzählen entfaltet sich eine unerwartete Stimmigkeit. Die Sache hat einen guten Ausgang genommen oder jedenfalls eine günstige Wendung.
Wir bitten um Geschichten, die die Aufgabe meistern, vom Glück zu erzählen. Das glückliche Ende gehört meistens dem Märchen, der Komödie oder dem Kitsch. Warum eigentlich? Ist das Glück flüchtig oder wollen vielmehr die Glücklichen nicht verweilen im womöglich langweiligen Paradies? Goethes Faust paktiert mit dem Teufel, um das Glück zu zwingen, und hinterlässt eine Spur der Zerstörung. Die christlich inspirierte Rahmenhandlung gewährt ihm trotzdem ein „Happy End“, weil im Allmächtigen alles menschliche Streben und Irren „zum Glück“ aufgehoben ist.
Jede:r Einzelne kann Glück erfahren in einem verzwickten Zueinander von Körper, Geist und Seele, aber (vielleicht) nicht ohne ein Gegenüber. Glück, das sich festgehalten widersetzt, das geteilt werden muss, um überhaupt eines zu sein, Glück will sich mitteilen…
Wir erbitten Erzählungen in deutscher Sprache. Eine qualifizierte Jury wird die Preisträger*innen ermitteln. Eine Veröffentlichung der besten Beiträge ist vorgesehen. Mit dem Einreichen des Manuskripts erteilen Sie uns dafür – wenn Sie zu der Auswahl der besten Beiträge gehören - eine einmalige Abdruckgenehmigung.
Teilnahmebedingungen & Bewerbungsunterlagen:
- Erbeten wird eine bis zur Entscheidung der Jury bzw. bis zum Erscheinen der Anthologie nicht veröffentlichte Kurzgeschichte von max. 10 Seiten à 2.500 - 3.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen), zudem eine Kurzvita (300 Zeichen).
- Eingereichte Manuskripte werden nicht zurückgesandt; bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Stellungnahmen zu einzelnen Texten geben werden.
- Die Manuskripte senden Sie bitte unter dem Stichwort SCIVIAS via Mail als Textdatei im rtf-, doc- oder docx-Format an die „Katholische Akademie Rabanus Maurus“ zu Händen von Frau Birgitta Reichmann (scivias@bistumlimburg.de).
- Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2026.
- Die Jury wird im März 2027 entscheiden, dann erhalten Sie umgehend eine Nachricht.
- Die Preisverleihung findet im Juni 2027 im Haus am Dom (Frankfurt am Main) statt.
- Die Buchpräsentation mit Lesungen ist für September 2027 in Limburg geplant.